splash! Festival 20

6-8 Juli 2018
Ferropolis

splash! Festival 20

6-9 Juli 2017

splash! Festival 20

6-9 Juli 2017 •••

Machine Gun Kelly und Pusha T kommen zum splash!-Geburtstag

Nachdem wir vor wenigen Wochen eine Premium-Update für alle Deutschrap-Nerds geschnürt haben, kommen heute alle Fans internationaler HipHop-Delikatessen auf ihre Kosten. Im Angebot haben wir zum Beispiel: den britischen Shooting Star Loyle Carner sowie Grime-Legende Kano, außerdem amerikanische Stil-Ikonen wie Tyler, The Creator, Pusha T, Machine Gun Kelly und die $uicideboy$, und dazu beehren Exoten wie Dancehall-Held Popcaan und der belgische Auto-Tune-Gott Hamza unsere Stadt aus Eisen. Wie immer bleibt anzumerken: Die Tickets für das schönste Wochenende des Jahres (vom 6. bis 9. Juli) werden immer knapper. Beeilt euch lieber, bevor es zu spät ist.

Pusha T

Erste Erfolge feierte Pusha T gemeinsam mit seinem Bruder Malice als Clipse. Damals verhalf Pushas Mentor Pharrell Williams dem Duo aus Virginia zu deren ersten Label-Deal und produzierte dazu die Alben der neuen Gang, darunter auch den Szene-Klassiker „Hell Hath No Fury“. Die Hits von Clipse sind auch über ein Jahrzehnt später noch Dauerbrenner auf den internationalen Dancefloors. Seit 2009 ist Pusha T solo unterwegs und arbeitet seither eng mit Kanye West zusammen, seit 2015 ist er sogar Präsident von dessen G.O.O.D.-Music-Label. King Push ist längst ein gestandener Rap-Veteran, der aber viel mehr zu bieten hat, als einen übergroßen Zeigefinger. Er bleibt hungrig und mit seiner eigenwilligen Beat-Wahl und der ikonischen Stimme einer der großen Innovatoren des Genres. 2017 kommt er zum zweiten Mal als Gast nach Ferropolis. Vielleicht sogar schon mit seinem dritten Soloalbum „King Push“ im Gepäck.


Popcaan

Egal ob Young Thug, Drake, Pusha T, Snoop Dogg oder irgendwie auch Kanye West – Popcaan zählt seit fast zehn Jahren zu den wichtigsten Dancehall-Exporteuren, die von Jamaika aus die amerikanischen Szene infizieren. Auch wenn seine leichtfüßigen Solo-Joints wie „Only Man She Wants“ oder „Raving“ schon vor gut einer halben Dekade die Straßen von Kiel bis Kingston beschallten, bleibt der 27-Jährige auch mit seinem letztjährigen Hit „Ova Dweet“ relevant. Der Sing-Sang der Fashion-Ikone schwankt stets zwischen straßenerprobtem Rudy-Geprahle und zuckersüßem Schlafzimmer-Swag – wie auch sein Gastpart auf Drakes „Controlla“ zeigt. Poppys splash!-20-Gastspiel lässt sich aber auch als Erfüllung jener Prophezeiung deuten, die der Songtitel seines letztjährigen Features für Jamie XX verhieß: „I Know There’s Gonna Be (Good Times)“.


$uicideboy$

Der Output der $uicideboy$ beruft sich auf mittlerweile über 30 Releases, die Soundcloud-Follower stehen bei gut 400.000 und selbst der kanadische EDM-Superstar-DJ deadmau5, der ihnen als unfreiwillige Sample-Quelle diente, konnte die wachsende Aufmerksamkeit nicht mehr ignorieren und zettelte Tweef an. Ihr Soundtrack zur beklemmenden Teenage-Angst aus apokalyptischer Metalcore-Melancholie und tieftönigen Basement-Beats jenseits des Distortion-Filters hat Oddy Nuff Da $now Leopard und DJ $crim zur Blaupause der digitalen Grunge-Rap-Generation gemacht. Mit dem verstörenden VHS-Look der Videos, dem Bemühen okkulter Ritual-Ekstasen sowie offensichtlichem Drogenmissbrauchs in Wort und Bild sind die Jungs mittlerweile sogar über Bones hinausgewachsen, dem Pionier dieses Vagabunden-Rap-Stils. Der „Shadow Rap“ der $uicideboy$ hat das kellerbleiche Duo aus New Orleans obendrein zu den Königen der Free-Releases gemacht: Jedes ihrer Tapes wird regelmässig gratis neu-veröffentlicht. Auf dem splash! 20 bekommt ihre europäische Fanbase nun erstmals die Chance, dafür etwas zurückzugeben. Egal ob Tränen, Turn-Up oder Tumult: Möge der Trauerkick real werden!


Machine Gun Kelly

Machine Gun Kelly aka MGK ist ein Ausnahmekünstler, der einen ausnahmslosen Weg gegangen ist. Gleichermaßen inspiriert von Eminem und Ludacris sowie Guns’n’Roses und Blink182 verdiente er sich sein Alter Ego Machine Gun Kelly mit seiner brachialen Delivery auf den kleinen Clubbühnen Clevelands. Inzwischen zerlegt er Bühnen weltweit und seine Feature-Liste ist lang und namhaft: egal ob Wiz Khalifa, Juicy J oder French Montana – so ziemlich jeder MC hat Bock auf diesen eigenwilligen Dude, der seinen eigenen Trends folgt. Zuletzt auf seinem im Herbst 2015 erschienenen Album „General Admission“. Bis dato hält sich MGK als einer der spannendsten Rapper der Szene, immer an der Schwelle zum Major-Hit, aber mit der Ignoranz und dem Charme eines frechen Jungen aus dem Trailerpark, mit dem er uns auch auf dem splash! 20 Rap-technisch verwöhnen wird.


Kano

Kano ist einer derjenigen, die das Grime-Baby schon bei den ersten Gehversuchen unterstützten und großzogen haben. Wer also nicht erst seit Skeptas „Shutdown“ ein Fan der britischen Königsdisziplin des Raps ist, dem ist Kane Robinson höchstwahrscheinlich schon längst ein Begriff. Sechs Jahre nach “Method Of The Maadness“ releaste er im März des vergangenen Jahres sein fünftes Studioalbum „Made In The Manor“, das verdeutlichte: die 31-jährige Koryphäe hat noch lange nicht genug – und lässt sich nach wie vor in keine Schublade stecken. So sehr er Grime liebt, probiert er sich auch an anderen Rap-Spielarten aus und meistert sie. Im Juli kommt er nun mit seiner langjährigen Bühnenerfahrung auf’s splash! 20. Motiviert? Solltet ihr sein, denn Abriss ist bei den harten Garage-Grime-Beats garantiert.


Loyle Carner

Manchmal ist es fast unheimlich, wie unbeeindruckt und trocken Loyle Carner mit seinem Erfolg umgeht. In Interviews wirkt der Brite nach wie vor wie ein ganz normaler Student, der halt hin und wieder mal auf kleinen Bühnen rappt. Dabei sind die Bühnen inzwischen ganz schön groß geworden. Im vergangenen Jahr entwickelte sich Carner zu einem der gehyptesten Newcomer Englands. Und das, obwohl er ganz und gar nicht auf den unaufhaltbar rollenden Grime-Zug aufgesprungen ist. Stattdessen kommen seine Helden von der East Coast oder aus dem UK-Rap-Untergrund und er rappt auf seinem Debütalbum „Everyday’s Gone“ lieber über Verlust, Zuneigung und Familie. Gemeinsam mit seinem Producer Tom Misch steht er für die Rückbesinnung auf Jazz und Inhalte im Rap, die auch Übersee von Kollegen wie Kendrick Lamar und Anderson. Paak zelebriert wird. Im ganz großern Stil wird die eigentlich so zurückhaltende Musik Carners dann auch auf der großen splash!-Bühne im Juli gefeiert.


Aminé

„Let’s get gory, like a Tarantino movie“ – eine Zeile, die sofort eine Melodie in den Kopf ruft, die man so schnell nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Mit „Caroline“ landete Aminé einen der Überhits des vergangenen Jahres. Dabei tüftelt der 22-jährige aus Portland, Oregon, schon seit 2014 an seinem Cocktail aus HipHop, Jungle-Beats und Dancehall und hat zwei Mixtapes und eine EP auf dem Kerbholz. Dabei haben seine Songs stets diesen süßen Beigeschmack von Sommer, Sonne und guter Laune, unter anderem unterstützt durch Beats von Toronto-Producer Kaytranada, die Szene-intern völlig zurecht als Gütesiegel gelten. Wer also am splash!20 ein bisschen Karibik-Feeling und massig good Vibes will, darf sich auf Animé freuen.


Mist

Ehrliche Grime-Bars auf schimmernden Beats, die eher an poppige R&B-Produktionen erinnern – das liest sich fragwürdig, klingt aber ungewohnt dope. Vor allem wenn dieser Sound von einem Ausnahmetalent wie Mist angegangen wird. Der Birmingham-MC ballert raue Lines über’s Leben, während fast fröhliche Melodien im Hintergrund seinen harten UK-Akzent umhüllen. Seine „M I S To The T“-EP war ein Manifest für Vielfältigkeit, das die Genre-Grenzen des Königreichs mal eben und wie selbstverständlich aufbrach. Der verdiente Lohn dafür sind unzählige ausverkaufte UK-Shows. Mist ist der beste Beweis, dass Grime viel weitläufiger ist, als wir es uns bis jetzt erträumt haben. Ihr werdet es sehen: Auf dem splash! 20 wird er auch eure Vorstellungen von royaler Musik mal eben über den Haufen rappen.


Hamza

Würde Hamza nicht auf Französisch rappen, könnte der Belgier auch ein Teil der pulsierenden Szene Atlantas sein. Aufgrund der cloudigen Beats und den unüberhörbaren Trap-Einflüssen wird er nicht umsonst als Young Thug Belgiens bezeichnet. Seine französischen Lines, gepaart mit einem glasklaren Sing-Sang kommen umso hypnotisierender, obwohl sie aufgrund fehlender Sprachkenntnisse meist unverständlich bleiben. Kein Problem – die selbstgebastelten Beats und Thugger-Flow reichen vollkommen aus, um aus Tracks wie „Minimum“ und „La Sauce“ YouTube-Hits mit Klicks in Millionenhöhe zu machen. Mit seinem letztjährigen Mixtape „New Casanova“ unternahm er einen Ausflug in Dancehall-Gefilde und darauf eine perfekte Balance zwischen Südstaaten und Jamaica gefunden. Während man sich auf die Show des Saucegod auf dem splash! 20 vorbereitet, sollte man sich durch seine unzähligen Soundcloud-Releases hören und schon mal den passenden Hüftschwung üben.


Jez Dior

Eine rauchige Halbsatz-Delivery, die zwischen Spitter-Geflexe und Auto-Tune-Emotionen schwankt, und Lines wie „Baby, we’re wasted, we’re faded/Yeah, we’re two faced, baby, we’re jaded/I hope we don’t make it“: Wenn Jez Dior ein Instrumental in seinen diesigen Whiskey-Worten einlullt, wirken alle sogenannten Sad Boys wie Teletubbies auf Krokodilstränen. „Grunge Rap“ nennt der 24-Jährige seinen Stil-Entwurf aus HipHop mit Gitarren-Einschlag. Ein Genre-Hybrid aus südstaatlichem Landei-Rap und den lebensmüden Akkordfolgen 90er-Rocks, die dem Sohn des The-London-Cowboys-Gitarristen Steve Dior bereits in die Wiege gelegt wurde. Auf seiner EP „The Funeral“ zeigte der L.A.-Native, wie man Crossover richtig angeht und mit dem leichtfüßigen Ohrwurm „Loved You First“ packte es Dior auch hierzulande in die Radios. Entsprechend erwartet uns auf dem splash! 20 nicht weniger, als eine Performance, die Grenzen überschreitet.


Noname

Wenn man von den abschreckend hohen Kriminalitätsraten, die Chiraq zur gefährlichsten Stadt der vereinigten Staaten machen, absieht, hat es Chicago (musikalisch) mit einer goldenen Generation zu tun. Inspiriert von den Cool Kids, Kanye und Common (und weniger von ihren Altersgenossen Chief Keef und Lil Durk) rappen sich zurzeit vor allem Chance The Rapper, Vic Mensa, Mick Jenkins und Co. die betuchte Seele aus dem Leib. Eine Dame, die sich ganz perfekt in diese Reihe junger Chi-City-Repräsentanten einreiht, ist Noname. Auf Chances „Colouring Book“ lieferte sie den wohl besten Feature-Vers der eh schon großartigen Platte ab, und ihr aktuelles Mixtape steht dem in nichts nach. „Telefone“ ist ein wundervolles Sammelsurium feiner Beobachtungen der Umwelt und ihres Innenlebens, Sound-mäßig immer mit dem Ohr auf der Schiene der Geschichte und gleichermaßen modern.


Token

Token heißt der neue Messias der Rap-Techniker. Gerade mal 18 Jahre ist er alt, in seinem Bostoner Suburb darf er sich noch nicht mal ohne Einverständnis der Eltern ein Bierchen bestellen, und doch hat er schon ein paar Jahre Internet-Hype auf dem Buckel. Mit aufwendig getexteten und gefilmten One-Take-Videos ist er der Gegenbeweis, dass auch junge Rap-Fans nicht nur Hustensaft und Goldketten im Kopf haben. Token steht dagegen in der Tradition der großen Spitter. Fokussiert tüftelt der junge Rapper an seinen Bars und liefert straightesten Rap-Shit. Die Kopfnicker-Fraktion kommt aus dem Staunen kaum raus und sieht in ihm gar einen „neuen Eminem“? Technisch spielt Token sicherlich auf einem Level mit dem Rap God, fährt dabei aber seinen ganz eigenen Film – zuletzt auf Tour mit Gesinnungsgenosse Hopsin und im Herbst auf seinem Debütalbum „Eraser Shavings“. Und im Juli dann in Ferropolis.