splash! Festival 20

6-9 Juli 2017
Ferropolis

splash! Festival 20

6-9 Juli 2017

splash! Festival 20

6-9 Juli 2017 •••

Travis Scott, Genetikk, Kool Savas, Mac Miller uvm.

Ja, wir verteilen auch schon ein paar Tage vor Weihnachten Geschenke: nämlich ganze 15 neue Festival-Acts, mit denen sich das Line-up des splash! 20  so langsam füllt. Angekündigt wurden Hochkaräter wie Trendsetter Travis Scott, Deutschrap-King Kool Savas sowie viele weitere.


Travis Scott

2016 war ohne übertriebenes Waffengelaber das Jahr von Travis Scott. Sein zweites Album „Birds in the Trap Sing McKnight“ debütierte auf Platz eins der amerikanischen Billboard Charts, er performte im Vorprogramm von Rihannas „Anti“-Tour durch Amerika, und er drückte zeitgenössischem Rap weltweit seinen musikalischen Stempel auf wie kein Zweiter. Die Live-Shows von Jaques Webster aus Houston, Texas, verwandeln regelmäßig Clubs, Festivals und Mehrzweckhallen in ein schwitzendes Knäul aus Menschen und sind der Beweis, dass Auto-Tune auch live funktioniert. 2017 kommt Travis Scott zum zweiten Mal nach Ferropolis, um die splash!-Hauptbühne auseinander zu nehmen.


Kool Savas

Mit seinem Mixtape „Essadahmus“ zementierte Savas seine ungebrochene Relevanz für deutschen HipHop. Längst als einer der älteren Hasen im Geschäft hat der King of Rap das splash! Festival schon unzählige Male mit seiner Ausnahme-Liveshow beehrt. Zuletzt als er vor zwei Jahren einen stilechten Thron auf der Hauptbühne platzierte. Und auch 2017 wird er die hiesige mit Rap-Gemeinde mit seinen altbekannten Hymnen so richtig einheizen.


Mac Miller

Man kann die Karriere des Mac Miller grob in drei Phasen unterteilen. Zunächst eroberte er als junger Wilder mit seinem unbeschwerten Skater-/Kiffer-Rap die Charts, nur um in der darauffolgenden Zeit seinen Sound auf 180 zu drehen und vor allem mit introvertierten und trippigen Songs aufzuwarten. Inzwischen hat der Junge aus Pittsburgh seine Mitte gefunden, irgendwo zwischen jazzy Experimenten und eingängiger Leichtigkeit. Wie gut dieser neu gefundene Mix klingt, zeigt sein aktuelles Album „The Divine Feminine“, mit dem er auch die splash!-Hauptbühne (zum inzwischen dritten Mal) beehren wird.


Genetikk

Es ging auch im vergangenen Jahr wieder steil bergauf für das saarländische HipHop-Kollektiv Genetikk. Anfang Dezember platzierten Produzent Sikk und Rapper Karuzo mit „Fukk Genetikk“ bereits ihr drittes Werk in Folge in den deutschen Top 10 – und das ganz ohne faule Kompromisse und rough wie eh und je. Auch auf der Bühne haben sich die Maskenmänner auf ein neues Level katapultiert: Die neue Liveshow entstand in Zusammenarbeit mit Roy Knauf, der bereits die Headliner-Shows von Acts wie Marteria und Deichkind – auch auf dem splash! Festival – inszenierte. Zusammen mit Genetikk entwickelte er ein Bühnenbild, das die hitzige Favela-Atmosphäre, die auch die neuen Songs transportieren, perfekt visualisiert. Klar, dass wir uns dieses Spektakel auch auf die Snipes Mainstage holen.


G Eazy

Sich gediegen geben, um noch gediegener zu rappen – so oder so ähnlich heißt die Devise von G-Eazy. Mit seinem Dapper-Style, der die harte, jahrelange Arbeit des Cali-Sprösslings fast unscheinbar erscheinen lässt, konnte G-Eazy nicht nur Lil Wayne und Drake überzeugen, die er bereits auf Tour begleitete. „Me, Myself & I“, seine Single mit Sängerin Bebe Rexha, überzeugte vielmehr Millionen Fans weltweit und hat mehrfachen Platin-Status eingeheimst. Auch das dazugehörige Album „When It’s Dark Out“ überzeugte auf voller Länge – auf dem übrigens auch der Berliner Iamnobodi gesungen und produziert hat.


Audio88 & Yassin

Seit der 2015er Platte „Normaler Samt“, der diesjährigen Veröffentlichung der EP „Halleluja“ und der dazugehörigen Tour, die so gut wie überall in Deutschland ausverkauft war, geht es erfolgstechnisch immer schneller bergauf für Audio88 & Yassin. In ihren Texten unterbreiten sie regelmäßig selbstlos Ratschläge für eine normalere Gesellschaft – immer mit einer Menge Humor, während parallel dazu der verbale Hammer geschwungen wird. Überzeugen könnt ihr euch davon auf Ferropolis im nächsten Jahr.


Desiigner

„Panda“ war zweilfsohne einer der größten Rap-Songs 2016. So liest sich auch Desiigners Aufstieg um den Konsens-Hit uch wie ein Kapitel aus der Popmärchenwelt: Auf dem Beat eines völlig unbekannten Engländers landet seine Eigenwillige Mixtur aus chiffriertem Streetslang, absurden Adlib-Grimassen und plastischem Hook-Gespür über Umwege auf Kanye Wests Schreibtisch – der Rest ist in den internationalen Playlists ausreichend dokumentiert und war auch auf dem splash! 19 bereits omnipräsnet. Mit seinem Mixtape „New English“ ,dem zweiten Hit „Timmy Turner“ hat der Brooklyer mittlerweile auch bewiesen, dass er bestens ausgerüstet ist, die Stadt aus Eisen zum Glühen zu bringen.


Lil Dicky

Schon das leicht käsige Stadion-Bekennerschreiben „Molly“, in dem er beschreibt, dass er seine Freundin für die Musikkarriere verließ, zeigt: Lil Dicky ist ein passionierter Rap-Fan, ja ein „Professional Rapper“, wie auch der Titel seines Debütalbums lautet. Entgegen dem Großteil der Klasse von 2016 hat sich der 27-Jährige XXL-Freshman allerdings auf technisch-verspielte Hochgeschwindigkeits-Flows spezialisiert, die er gerne ins komödiantische Absurdistan trägt: Statt Lokalrunden zu schmeißen wird das Rap-Money gespart, Rap-Battles gegen Hitler ausgetragen oder Bewerbungsgespräche mit Snoop Dogg geführt – Lil Dickys kreative Range und künstlerischer Unviersalanspruch in Wort und Bild dürfte seinen splash!-Auftritt 2017 zu den unterhaltsamsten und unberechenbarsten Gastspielen machen.


Chima Ede

Das letzte Jahr nutzte Chima Ede fleißig, um seinen mehr als verdienten Status als einer der vielversprechendsten Deutschrap-Newcomer zu sichern. Mit meinungsstarken politischen Statements in seinen Texten machte er immer wieder von sich reden und überzeugte auch musikalisch mit ausgereiftem Sound und viel Liebe zum Detail. Nach seinen EPs „2023“ und „Principium“ (mit Megaloh-Producer Ghanaian Stallion) hat er zuletzt die Kick-off-Single zu seinem Debütalbum „ChimChima“ veröffentlicht, und wird damit der splash!-20-Crowd ordentlich anheizen.


Curly

Zuletzt machte Curly (fka Curlyman) als Support-Act von Leuten wie Goldroger, Errdeka und Futuristic von sich reden. Der gebürtige Karlsruher wird nächstes Jahr euer Lieblingsfestival in Ferropolis mit feinstem Boom-Trap beschallen, den mit seinem Produzenten Enaka auf der „ICE 276“-EP entwickelt hat. Als versierter Texter und über Jahre geschulter Live-MC wird er das splash! 20 mit seinem Debütalbum „Munchies“ erfreuen.


Goldroger

Mit seinem Produzentenduo Dienst&Schulter hat Goldroger nach ausreichenden Mixtape-Sporen und Battle-Erfahrungen im vergangenen Jahr seine erste Studio-LP „Avrakadavra“ veröffentlich. Ein Projekt, das die Bodenständigkeit des HipHop und die psychedelische Experimentierfreude der 70er Jahre fusioniert. Auf dem Albumdebüt jongliert der Dortmunder die fragmentarischen Codes der Beatniks mit dehnbarer Rampensau-Delivery und zeitgenössischem Migos-Flows. Nach der ersten eigenen Solo-Tour im Frühjahr 2017 dürfte Goldie mehr als gewappnet für einen glitzernden Abriss in der Stadt aus Eisen sein, denn “alles glänzt, wird gold“.


102 Boyz

In der urbanen Einöde Niedersachsen, abseits von großen Medien-Hypes, fabrizieren die 102 Boyz Kleinstadt-Gangsta-Rap, der es in punkto Energie mit den ganz Großen problemlos aufnehmen kann. Die Gang um Kkuba, Chapo, Stacks, Addikt, Duke und Skoob hat einen Trap-Sound entworfen, der zweifellos an den aktuellen Rap aus den französischen Banlieuies erinnert, dabei aber eigen und vor allem viel rougher gehalten ist. Und spätestens zum spash! 20 wird jeder einzelne die Zeilen zu „Pogba“ mitrappen können.


AJ Tracey

Der Youngster lieferte schon im letzten Jahr solo und als Teil des Grime-Kollektivs Eskimo Dance seine splash!-Feuerprobe ab. Doch AJ Tracey steht nach drei EPs und einem Rinse-Co-Sign im Begriff, als 22-Jähriger Sohn einer Musikerfamilie (der Vater war Rapper, die Mutter DJ) zum nächsten Rap-Exportschlager des Vereinigten Königreichs zu mutieren. Energetische Performances, geschult durch die Pirate-Stations der Insel, dürften für den My-Team-Paid-Homie eine Leichtigkeit sein. Anfang Dezember ließ er auf Facebook nebenher verlautbaren, sein Studium der Kriminologie zu Gunsten einer Rap-Karriere abgebrochen zu haben. Somit sollte auch genug Luft übrig sein, das 20. splash! mit seiner hypnotischen West-London-Delivery im Alleingang durchzupusten. „Buster Canon, blow up the room!“


GangTheLabel

In den vergangenen Jahren hat sich Belgien immer wieder als zuverlässige Export-Nation für frische HipHop-Impulse bestätigt. Nach splash!-Homegirl Coely und R&B-Crooner Hamza steht nun die taufrische Kombo GangTheLabel in den Startlöchern. Inspiriert von der globalen New School haben die drei Rapper Dro, Kuston und Syzzurp hunderttausende Klicks auf verschiedensten Plattformen angesammelt. Mit ihrem aktuellen Mixtape „Muzik“, und sicherlich auch neuen Songs dürfen sie 2017 auch das splash! 20 mit ihren Turn-Up-Hymnen verwöhnen.


67

Jüngst betitelte Complex die Londoner Gang 67 zur „rawest crew in UK rap“. Nicht ohne Grund, denn das Team um Front-Rapper LD hat sich nicht dem ohnehin schon roughen Grime-Sound verschrieben, sondern versucht sich vielmehr daran, einen ungefilterten britischen Drill-Sound zu entwickeln. Dass der nicht nur Chiraq seine Gültigkeit hat, beweisen Banger wie „Let’s Lurk“ mit Giggs oder „Skeng Man“, auf dem fast die komplette Gruppe glänzen darf. Für Juli 2017 haben die Jungs schon Urlaub eingereicht, um den Hinterhof-Hustle für einen tag gegen einen Gig auf dem splash! 20 einzutauschen.